Agitation gegen Asylbewerber stoppen!

Seit einigen Wochen agitiert eine Initiative von Anwohnern gegen den vom Landratsamt erwogenen Standort einer Asylbewerber-Unterkunft im Grenzbereich zwischen Putzbrunn, Ottobrunn, Neubiberg und Hohenbrunn-Riemerling (Luftbild). Mit einiger Scheinheiligkeit wird dabei für eine “gerechte Verteilung” der Asylbewerber auf alle Landkreis-Gemeinden geworben. Das eigentliche Motiv aber ist ganz deutlich der Wunsch, keine Asylbewerber in der eigenen Nachbarschaft zu haben. Form, Ausmaß und Wortwahl der Agitation sind entlarvend.

Deshalb hier nochmal in aller Klarheit:

  • Asylbewerber-Heime sind keine Negativ-Einrichtungen. Aus dem Umfeld der großen Unterkünfte in Ottobrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn werden keinerlei Störungen oder Probleme gemeldet. Wer dennoch in dieser Weise gegen ein solches Heim in seiner Nachbarschaft protestiert, offenbart damit klar irrationale oder politisch motivierte Vorbehalte gegen Asylbewerber, allen vorgeschobenen Argumenten zum Trotz.
  • Asylbewerber, die neu nach Deutschland kommen, sind zunächst fremd hier und benötigen umfassende Betreuung und Unterstützung. Sie in Kleinstgruppen auf alle Landkreisgemeinden verteilen zu wollen, ist deshalb nicht sachgerecht. Das soll allerdings nicht heissen, dass wir Häuser mit über hundert Menschen für optimal halten. Das primäre Ziel muß sein, die Leute menschenwürdig unterzubringen und gut zu betreuen, bis ihr Anerkennungsverfahren entschieden ist.
  • Nach Abschluss des Verfahrens dürfen die Gemeinden, in denen große Heime sind, nicht mit der Aufgabe allein gelassen werden, die Menschen auf Dauer unterzubringen. Hier ist in der Tat das Engagement aller Gemeinden gefordert, im eigenen Bereich geeignete Unterkunftsmöglichkeiten zu suchen und zur Verfügung zu stellen.
  • Wir brauchen eine Willkommens-Kultur für Menschen, die zu uns kommen und nicht die Verdrehung des grundgesetzlichen Asylrechts durch eine bayerische Asyldurchführungsverordnung, die es darauf anlegt, “die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern” und die Vorbehalte gegen Asylbewerber verstärkt, statt sie abzubauen.

1 Kommentar

  1. Elfriede Schweiger

    Agitation gegen Asylbewerber stoppen

    Ich schließe mich voll dem Kommentar Wolfgang Schmidhubers vom 11.3.2013 an

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