Asylkompromiss greifbar nahe

Unser Artikel “Agitation gegen Asylbewerber stoppen!” vom 11. März hat vielfache Reaktionen herausgefordert. Einige Leute aus dem Dunstkreis der Initiative “BIPO” haben sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihren Ungeist in Kommentaren hier auf unserer Website und in Leserbriefen an die Zeitungen zu dokumentieren, und im Münchener Merkur wurde uns die “Gründung einer Gegeninitiative” zugeschrieben, von der bei uns niemals die Rede war.

Einige Male hieß es, wir hohenbrunner Grünen sollten uns nicht in die Angelegenheiten von Putzbrunn einmischen, sondern erst einmal selbst Asylbewerber aufnehmen. Wir täten das gerne, wenn wir ein passendes Gebäude und die Mehrheit in den Gremien hätten. Beides ist im Moment leider noch nicht der Fall.

Aber sowohl in vielen Gemeinderäten, als auch im Kreistag und in den Parlamenten von Land und Bund setzen sich die Grünen seit vielen Jahren für eine Asyl-Praxis ein, die dem Geist des Grundgesetzes und der Genfer Flüchtlingskonvention entspricht. Dazu gehört auch eine gute Unterbringung der Menschen, die bei uns um Asyl ersuchen. Möglichst nicht an abgelegenen Standorten, sondern dort, wo sie auch guten Zugang zu Verkehrsmitteln, Schulen, Betreuungseinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten haben.

Und wir erheben unsere Stimme immer wieder gegen Fremdenfeindlichkeit, wie sie auch aus der Agitation der “BIPO” spricht. Denn hätte diese Initiative tatsächlich, wie behauptet, das Anliegen, im Interesse der Asylbewerber Massenunterkünfte zu verhindern, dann wäre jetzt Gelegenheit zum Einlenken, nachdem die Größe der geplanten Einrichtung in Verhandlungen zwischen Gemeinde und Landkreis auf sechzig Plätze halbiert wurde. Stattdessen wird die Polemik umso schriller, je näher eine Kompromisslösung rückt.

Wir haben aber auch viel Zuspruch erhalten, öffentlich und in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern. Besonders von kirchlich engagierten Menschen, die Helferkreise gegründet haben und sich dort mit bemerkenswertem Einsatz in der Betreuung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen engagieren. Dafür danken wir.

Ein Kompromiss liegt nun zum Greifen nahe. Hoffen wir, dass die Verantwortlichen in Putzbrunn sich nicht vom Lärm einiger Weniger beirren lassen, sondern dass sie am Ende ein deutliches Signal für Humanität und Mitmenschlichkeit setzen. Und arbeiten wir weiter daran, dass Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge in allen Gemeinden im Landkreis und darüber hinaus gut geeigneten Wohnraum finden. An der Bereitschaft der Grünen wird es dabei gewiss nicht fehlen.

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