Gemeinderat am 22.01.2026

Bericht aus dem Gemeinderat - Immer aktuell informiertBaumfällantrag der Firma Merck

Im Rahmen des Rückbaus ihres Standorts im Gewerbegebiet Hohenbrunn (MUNA) hatte die Firma Merck KGaA die Fällung von 25 Bäumen an der nördlichen Grenze des Firmengeländes beantragt. In der Sitzung stellten Vertreter der Firma den Sachverhalt aus ihrer Sicht vor.

Durch den Umgang mit Löschschäumen sei in der Vergangenheit Boden in diesem Bereich mit damals gebräuchlichen Stoffen (PFAS) kontaminiert worden, die nach heutigen Erkenntnissen als umwelt- und gesundheitsgefährdend zu gelten haben. Um die Kontamination in tieferen Bodenschichten zu untersuchen und künftige Grundwassergefährdungen auszuschließen, seien Bohrungen in diesem Bereich des Geländes erforderlich, die aufgrund der Bodenbeschaffenheit nur mit großen Geräten möglich seien. Die Größe dieser Geräte mache eine Fällung der Bäume nötig. Die Maßnahme sei mit den Naturschutzbehörden abgestimmt und müsse noch vor der Brutzeit im Frühjahr erfolgen.

Uns überzeugte die Argumentation nicht und so stimmten wir gegen die Fällung, die schließlich mit 7:10 Stimmen genehmigt wurde. Dabei wurde immerhin klargestellt, dass die erforderlichen Ersatzpflanzungen auf dem Firmengelände statfinden müssen und nicht, wie zunächst von Merck gedacht, irgendwo auf Gelände der Gemeinde.

HKO – Neubau Hort und Kindergarten Ottostraße

Die Planer erteilten einen Sachstandsbericht zur laufenden Baumaßnahme, demzufolge die geplanten Kosten voraussichtlich um mehr als eine halbe Million Euro unterschritten werden können. Grund sei die günstige Preisentwicklung am Markt, die zu zahlreichen konkurrierenden Angeboten geführt habe. Der Bau sei im Zeitplan und könne fristgerecht fertiggestellt werden. Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis und stimmte einer Reihe von Auftragsvergaben zu.

Strom- und Gasversorgung gemeindlicher Liegenschaften

Die Versorgung der gemeindlichen Liegenschaften mit Strom und Gas muss turnusmäßig neu ausgeschrieben werden. Um günstige Preise zu erzielen, will sich die Gemeinde erneut Bündelausschreibungen mit zahlreichen anderen Kommunen anschließen und einen externen Dienstleister mit der Durchführung beauftragen. Der Bindungszeitraum soll erneut zwei Jahre betragen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, beim Strom wieder 100% Ökostrom mit Neuanlagenquote zu beauftragen, damit neue Anlagen zur Stromgewinnung besonders gefördert werden. Auf unsere Rückfrage wurde versichert, dass der abzuschließende Gas-Liefervertrag den Umstieg auf CO2-freie Wärmeverorgung während der Laufzeit nicht behindert.

Wasserversorgung

Die Unterhaltsarbeiten am gemeindlichen Wasserrohrnetz waren turnusgemäß neu auszuschreiben. Die Vergabe an den Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot wurde beschlossen.

Die Stadtwerke München wollen die Leistungsfähigkeit ihrer Geothermieanlage in Kirchstockach durch vier weitere Tiefenbohrungen erhöhen. Die Anlage befindet sich in der weiteren Schutzzone (IIIa) des Wasserschutzgebietes zu den Brunnen 1 und 2 im Südwesten des Gemeindegebiets. Im Rahmen geplanter Erkundungsbohrungen haben die Stadtwerke die Befreiung von den Festsetzungen des Wasserschutzgebiets beantragt. Der Gemeinderat nahm zur Kenntnis, dass des Bürgermeister gegenüber dem Landratsamt bereits die Nichtzustimmung der Gemeinde zu dem Vorhaben erklärt hat. Ein entsprechendes Fachgutachten ist in Arbeit.

Die Brunnen 1 und 2 sollen ertüchtigt werden, um im Notfall vorübergehend allein mit ihren Pumpen die Trinkwasserversorgung übernehmen zu können. Dabei sollen nicht nur stärkere Pumpen und neue Regelungsanlagen eingebaut werden, sondern die Brunnen sollen baulich ertüchtigt und mit gasbetriebener Notstromversorgung ausgestattet werden. Der aktuelle Kostenstand beträgt ca. 2 Millionen Euro.

In Vorbereitung des Bahnhofsumbaus wird die Haupt-Wasserleitung, die das Wasser aller Brunnen zum Wasserwerk bringt, weg von der Bahnstrecke unter einen gemeindeeigenen Feldweg verlegt, der auf die Einmündung der Hohenbrunner Straße an der B471 zuläuft. Der erste Bauabschnitt des Gesamtvorhabens auf der Hohenbrunner Straße ist bereits weitgehend abgeschlossen. Für den südlichen Bauabschnitt wurde ein Nachtragsangebot angefordert. Die nötigen Mittel sind bereits im Haushalt für 2026 vorgesehen. Die entsprechende Auftragsvergabe im Umfang von etwas über einer Million Euro wurde einstimmig beschlossen.

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