
Windenergie, Kinderbetreuung und Batteriespeicher: Im September wurden zukunftsweisende Themen im Umwelt-Klima-und Bauausschuss und dem Gemeinderat besprochen.
In Hohenbrunn sind Flächen für Windkraften verbindlich ausgewiesen wurden. Wir GRÜNE finden: umso wichtiger, dass wir die Gestaltungsmöglichkeiten nutzen.
Die Ausweisung von Windvorranggebieten erfolgt über Regionale Planungsverbände. Das zweite Beteiligungsverfahren des Regionalen Planungsverbands München zur Änderung des Regionalplans und zur Neufassung des Teilkapitels Windenergie ist abgeschlossen. Das Vorranggebiet 26a ist damit verbindlich ausgewiesen. Das Gebiet umfasst rund 130 Hektar, die sich aus Flächen im Gemeindegebiet und Flächen privater Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer zusammensetzen. Hinzu kommt ein Teilbereich der Bayerischen Staatsforsten, der unabhängig von der Gemeinde betrachtet werden kann. Insgesamt könnten im Vorranggebiet perspektivisch etwa acht Windenergieanlagen entstehen.
Die grundsätzliche Frage, ob die Fläche für Windenergie zur Verfügung steht, ist also entschieden. Umso wichtiger ist es, dass wir die Gestaltungsmöglichkeiten aktiv nutzen.
Der Gemeinderat hat sich deshalb für ein gemeinsames Flächenpooling ausgesprochen. Ziel ist es, die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer möglichst frühzeitig einzubeziehen und gemeinsam eine faire und transparente Grundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen. Beim Flächenpooling werden die verschiedenen Grundstücke gemeinsam betrachtet. Dadurch soll verhindert werden, dass einzelne Flächen isoliert entwickelt werden und unterschiedliche Bedingungen für vergleichbare Grundstücke entstehen.
Die Verwaltung und der Bürgermeister wurden vom Gemeinderat beauftragt, zunächst ein Stimmungsbild bei den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern einzuholen und gegebenenfalls erste Vertragsentwürfe vorzubereiten.
Unsere Einschätzung als GRÜNE:
Jetzt kommt es darauf an, diesen Prozess frühzeitig und gemeinsam zu gestalten. Denn wenn wir als Gemeinde nicht aktiv auf die Eigentümerinnen und Eigentümer zugehen, werden andere Projektentwickler dies tun.
Auch die Frage einer möglichen finanziellen Beteiligung der Gemeinde und der Bürgerinnen und Bürger wollen wir weiterverfolgen. Denkbar wäre beispielsweise ein Genossenschaftsmodell. Hier lohnt sich ein Blick auf Erfahrungen anderer Gemeinden, etwa Sauerlach. Unser Ziel ist, die Energiewende vor Ort nicht nur zu akzeptieren, sondern sie gemeinsam mit den Menschen in unserer Gemeinde aktiv und fair zu gestalten.
Kinderbetreuung: Keine Beitragserhöhung 2027
Mit der Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) wird der bisherige 100-Euro-Zuschuss für Eltern ab 2027 nicht mehr als eigenständige Leistung ausgezahlt. Die Mittel werden künftig in die Betriebskostenförderung beziehungsweise den Qualitätsbonus der Kitas integriert.
Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, die Beiträge für die Kinderbetreuung im Jahr 2027 nicht anzuheben. Damit bleibt die finanzielle Belastung für die Familien im kommenden Jahr zunächst unverändert.
Wir GRÜNE werden die Auswirkungen der BayKiBiG-Reform weiter aufmerksam verfolgen und uns dafür einsetzen, dass Kinderbetreuung bezahlbar bleibt und die Finanzierung für Kommunen und Familien verlässlich gestaltet wird.
Aus dem Umwelt- Klima- und Bauausschuss (17.09.2026)
Auswirkungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes des Bundes (GModG) auf Hohenbrunn
Der Bürgermeister stellte eine Zusammenfassung der wesentlichen Auswirkungen des Gesetzes auf die Gebäude, die der Gemeinde gehören vor. Ein unmittelbarer Sanierungszwang besteht – vor wie nach der Gesetzesänderung – nicht. Es erfolgt nun eine strukturierte Bestandsaufnahme, um festzustellen, welche Gebäude ab den 2030er Jahren einen tatsächlichen Sanierungsbedarf haben. Das bestehende kommunale Energiemanagement soll als Grundlage genutzt werden.
Unsere Einschätzung als GRÜNE:
Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Verwaltung Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit weiterhin als wesentliche Auswahlkriterien sieht, auch wenn beim Heizungstausch künftig mehr technischer Spielraum besteht. Vorrangig sollen insbesondere Wärmepumpen und Wärmenetze geprüft werden. Das garantiert Investitionssicherheit: Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien, während fossile Brennstoffe zunehmend mit höheren Preisen einhergehen und damit nicht nur weniger nachhaltig sind, sondern künftig auch deutlich teurer werden.
Erdstoffentsorgung Muna
Im Bereich des ehemaligen Heizkraftwerks im Muna-Wald befindet sich ein Erdstofflager. Dieses ist inzwischen mit invasiven Pflanzen kontaminiert und muss entsorgt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 150.000€. Irritationen gab es zu der Frage der Herkunft des Materials, der Dauer der Lagerung und der Frage, weshalb die Lagerung überhaupt an dieser Stelle erfolgt war. Das Material besteht zu etwas einem Drittel aus Abbruchresten aus dem Abbruch der Muna-Gebäude vor 13 Jahren und zu etwa zwei Dritteln aus der Baufeldfreimachung eines Grundstücks in der Emmy-Noether-Str.
Da die Entsorgung notwendig ist und alternativlos erscheint, erteilte der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen.
Unsere Einschätzung als GRÜNE:
Die Ausgaben stellen teilweise überplanmäßige Ausgaben dar bzw. werden aus Haushaltsresten aus passenden Haushaltsstellen finanziert. Wir hinterfragten, warum derlei vorhersehbare Kosten nicht direkt im Haushalt eingeplant wurden.
Zudem sehen wir die lange Lagerung kritisch: Weshalb wurden die Erdreste nicht unmittelbar abtransportiert, sondern zum umzäunten Muna-Areal verbracht und dort abgeladen? Warum verging so viel Zeit, bis man handelte, obwohl das Thema rund um den Aushub bereits mehrfach kritisch angesprochen wurde, zuletzt im Juli 2025 im Rechnungsprüfungsausschuss? Ob die Kontamination durch invasive Arten durch die längere Lagerung erfolgt oder bereits aus den Abbruchresten aus der Muna stammen könnte, lässt sich im Nachgang nicht mehr rekonstruieren. Jedoch kritisieren wir, dass durch die unnötig lange Lagerung vor Ort das Problem zumindest begünstigt wurde. Die Entsorgungs- und Logistikkosten wären sicherlich niedriger ausgefallen, insofern man sich zeitig um die Entsorgung gekümmert hätte.
Errichtung von Batteriespeichern im Gemeindegebiet
Der Ausschuss behandelte neben zahlreichen Bauanträgen auch zwei Anträge auf Vorbescheid bzw. Baugenehmigung für Batteriespeicher im Gemeindegebiet.
Südlich des Umspannwerks Hohenbrunn soll eine Batteriegroßspeicheranlage mit integrierter Holztrocknungsanlage entstehen. Hierzu werden 48 Batteriespeichereinheiten mit je 7,5 MWh Speicherkapazität in Fertigcontainerbauweise errichtet. Da es sich um ein privilegiertes Vorhaben handelt, wurde das gemeindliche Einvernehmen zum Bau hergestellt. Jedoch darf die Einfriedung eine Höhe von 2 Metern nicht überschreiten – der Bauherr hatte eine höhere Einfriedung gewünscht, die nicht der gemeindlichen Satzung entsprach.
Der Vorbescheid betraf zudem einen zweiten, weit kleineren Batteriespeicher mit gut 10 MWh Kapazität insgesamt an der bestehenden Photovoltaikanlage. Hier haben wir GRÜNEN angemerkt, dass der Bauherr die schon zugesicherte Begrünung der bestehenden Umzäunung noch nachholen muss, bevor weiter gebaut wird.
Unsere Einschätzung als GRÜNE:
Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Da sie überschüssigen Strom, insbesondere aus erneuerbaren Energien, aus dem Netz aufnehmen und speichern sowie zu Zeiten niedrigerer Auslastung wieder einspeisen können, können sie zur Netzstabilität beitragen.
Zudem lässt insbesondere die Batteriegroßspeicheranlage künftige Einnahmen für die Gemeinde aus der Gewerbesteuer erwarten.







Verwandte Artikel
Bild von jorono auf Pixabay
Krieg in der Ukraine
Wir alle sind bestürzt über Putins Angriff auf die Ukraine und sehen über Nacht viele Voraussetzungen unseres bisherigen politischen Denkens und Handelns in Frage gestellt. Als Folge des Krieges erleben wir nun wieder die Ankunft von Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und bei uns Aufnahme suchen. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann oder anderweitige Hilfe anbieten will, kann sich an den Koordinierungsstab beim Landratsamt wenden.
Weiterlesen »
Internationaler Frauentag 8. März
Seit unserer Gründung kämpfen wir für gleiche Rechte, Selbstbestimmung und die Hälfte der Macht für alle Frauen. Feminismus ist Teil der grünen DNA. Und mit der neuen Bundesregierung ist es möglich: Aus unseren Überzeugungen kann Wirklichkeit werden. Nach 16 Jahren frauenpolitischem Stillstand geht es jetzt mit der Gleichstellung wieder voran. Für uns hat die Gleichstellung der Geschlechter Priorität. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Belange von Frauen und Mädchen in allen Bereichen nach vorne zu stellen. Und erste Erfolge können sich bereits sehen lassen.
Weiterlesen »
Ulrike_Leone_Pixabay
Bio-Verpflegung in Kindereinrichtungen beschlossen
In seiner Sitzung am 3.3.2022 hat der Hohenbrunner Gemeinderat beschlossen, die Mittagsverpflegung in den Kinderbetreuungseinrichtungen neu auszuschreiben. Dabei sollen bei Fleisch und Molkereiprodukten 100% Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft eingesetzt werden, bei allen anderen Produkten ein Öko-Anteil von 50%.
Weiterlesen »