Trotz starkem Wahlergebnis: Grüne bleiben bei Bürgermeisterämtern außen vor

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Hohenbrunn am 11. Mai 2026 wurden die Ämter der zweiten und dritten Bürgermeisterin beziehungsweise des Bürgermeisters neu besetzt – ohne Beteiligung der Grünen.

Anke Lunemann, die bei der Bürgermeisterwahl die Stichwahl erreicht und dort mit fast 44 Prozent ein außergewöhnlich starkes Ergebnis erzielt hatte, kandidierte erneut für das Amt der zweiten Bürgermeisterin, das sie bereits sechs Jahre lang engagiert und verantwortungsvoll ausgeübt hatte. Dennoch verweigerte die Mehrheit des Gemeinderats ihr die notwendige Unterstützung. Auch die Kandidatur der Fraktionsvorsitzenden Katarina Möschel für das Amt der dritten Bürgermeisterin blieb erfolglos.

Für die Grünen ist dieses Vorgehen ein deutliches politisches Signal – und ein irritierender Umgang mit dem Wählerwillen. Als zweitstärkste Fraktion im neu gewählten Gemeinderat sehen sie sich trotz ihres klaren Rückhalts in der Bevölkerung systematisch von Verantwortung und Mitgestaltung ausgeschlossen.

Besonders kritisch bewerten die Grünen zudem die Entscheidung, den Umwelt- und Klimaausschuss mit dem Bauausschuss zusammenzulegen. Ein entsprechender Geschäftsordnungsantrag der Grünen gegen diese Zusammenlegung fand nur knapp keine Mehrheit. Aus Sicht der Fraktion droht damit eine erhebliche Schwächung von Umwelt- und Klimathemen innerhalb der kommunalen Arbeit.

„Wer eine Fraktion mit einem so starken Wahlergebnis konsequent von Verantwortung ausschließt, sendet kein Signal für Zusammenarbeit, sondern für politische Abschottung“, erklärt Fraktionsvorsitzende Katarina Möschel. „Gerade in einer Zeit großer Herausforderungen braucht es Vielfalt in den Entscheidungen – und keine Machtpolitik hinter verschlossenen Türen.“

Die Grünen Hohenbrunn kündigen an, ihre Arbeit im Gemeinderat weiterhin engagiert, sachorientiert und kritisch fortzuführen. „Wir werden uns auch künftig mit Nachdruck für Transparenz, Klimaschutz und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, betont Ortsvorsitzende Ruth Jachertz. „Demokratische Zusammenarbeit zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern im tatsächlichen Umgang miteinander.“

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