Am am 8. Januar 814 wird Hohenbrunn erstmals in einer Traditionsurkunde des Hochstifts Freising erwähnt. Also soll 2014 Jubiläum gefeiert werden. Doch schon bei der Zusammensetzung des Festausschusses für die 1200-Jahr-Feier zeigt sich, dass diejenigen, die das Dorf und seine Tradition schon immer als ihren ureigenen Besitz betrachten, auch bei dieser Gelegenheit unter sich bleiben wollen. Und so stimmte die Gemeinderatsmehrheit am 26. April 2012 gegen unseren Antrag, Gemeinderatsmitglieder aller Fraktionen in den Festausschuss zu berufen.

Die Gemeinde war lange Zeit von den Clans und Granden des Dorfes dominiert, die überwiegend in der CSU beheimatet sind. Dies ist kein Grund dafür, immer noch auszublenden, dass Hohenbrunn heute eine Gemeinde am Rande der Großstadt Münchens ist, mit überwiegend „Zugroasten“, die sich hier zwar erst in den letzten Jahrzehnten niedergelassen haben, heute aber einen gewichtigen Anteil am Gemeindeleben (übrigens auch an der Gemeindefinanzierung) ausmachen.

Im Zuge dieser Entwicklung gibt es neben der CSU inzwischen weitere gewichtige politische Gruppierungen. Deren Meinungen muss man nicht teilen, man sollte ihnen aber mit Respekt begegnen, sie und ihre Wähler als gleichwertig akzeptieren und behandeln. Dazu sind Bürgermeister Straßmair und seine Mentorin und CSU- Fraktionssprecherin Ingrid Kaps offensichtlich nicht bereit.

Straßmair kann sich eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern aus der GRÜNEN oder SPD-Fraktion nicht vorstellen, er lege „sehr viel Wert auf Stimmigkeit“. Kaps wird deutlicher und despektierlicher; sie akzeptiert nur Personen, „die so ein Jubiläum auch stemmen können“ – und das können nur CSU-ler und Dauerkoalitionäre! Mit dem kleinkarierten „mir san mir“-Gehabe hat Bürgermeister Straßmair dem Fest, das alle ansprechen und einbeziehen sollte, der Gemeinde und sich selbst keinen Gefallen getan.

 

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